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31.12.2021: Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung entschädigt die Erben nach Felix Hildesheimer und plant einen Neuanfang

Um die Irritationen über die Entschädigung der Erben nach Felix Hildesheimer Anfang 2021 zu überwinden, wurde mit Hilfe der Beratenden Kommission von den Erben und dem neuen Stiftungsvorstand eine einvernehmliche Lösung erreicht. Dabei korrigierte die Beratende Kommission nach der Einholung mehrerer Gutachten die ursprüngliche Empfehlung in Höhe von 100.000 EUR auf 285.000 EUR (Pressemitteilung vom 03.12.2021). Nachdem innerhalb der letzten Wochen alle Genehmigungen sowohl der Stiftungsaufsichtsbehörde als auch des Zentralfinanzamts eingeholt wurden, konnte am 30.12.2021 die Überweisung der vollen Summe an die Erben seitens der Stiftung erfolgen.

Die Entschädigungszahlung stellt die Stiftung vor eine neue finanzielle Situation, da dadurch das Vermögen um mehr als die Hälfte reduziert wurde. Der Stiftungsvorstand prüft derzeit Ideen, wie der Stiftungszweck dennoch sinnvoll fortgeführt werden kann. Dabei sollen auch die Erben von Felix Hildesheimer einbezogen werden, damit die Guarneri Violine ein echtes Instrument der Verständigung werden kann. In einem ersten Schritt hat der Stiftungsvorstand die Erben zu einer gemeinsamen Veranstaltung in Nürnberg eingeladen, in der die Geige erstmals seit ihrer aufwändigen Restauration der Öffentlichkeit präsentiert wird. Gemeinsam mit den Erben sollen Ideen entwickelt werden, wie die Guarneri-Geige auf längere Sicht zu einem Instrument der Verständigung werden kann. Darüber hinaus wird Anfang 2022 zusammen mit der Hochschule für Musik eine Konzeption erstellt, die trotz des deutlich verringerten Stiftungsvolumens eine sinnvolle Förderarbeit für Studierende ermöglicht.


01.04.2021: Neuer Vorstand bestellt

Am 30.03.2021 hat die Hochschulleitung der Hochschule für Musik Nürnberg aufgrund des Rücktritts des gesamten amtierenden Vorstands mit Wirkung zum 31.03.2021 den Vizepräsidenten Prof. Rainer Kotzian und den Musikwissenschaftler Dr. Franzpeter Messmer in den Vorstand der Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung ab 01.04.2021 bestellt. In einem Schreiben an die ErbInnengemeinschaft und an die Beratende Kommission hat der neue ehrenamtliche Vorstand sein Bedauern für die entstandenen Unannehmlichkeiten ausgedrückt, die bis dato in Bezug auf die Ausgleichszahlung für die Guarneri-Geige aus dem Besitz von Felix Hildesheimer entstanden sind. Dem interimsmäßig zu zweit amtierenden Vorstand ist es ein besonderes Anliegen, rasch zu handeln und an einer fairen Lösung mitzuarbeiten.


21.03.2021

Nachdem seitens der zuständigen Behörden nunmehr sämtliche Genehmigungen für die Ausgleichszahlung vorliegen, hat die Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung mit Schreiben vom 20.03.2021 dem Rechtsanwalt Hausfeld der Erbengemeinschaft Hildesheimer mitgeteilt, dass die Ausgleichszahlung nun möglich ist. Zugleich teilte die Stiftung mit, dass sie sich weder einer Neubewertung der Guarneri-Violine noch einer Wiederaufnahme des Verfahrens vor einem unabhängigen Schiedsgericht verschließt. Die Stiftung bedauert die bisher entstandenen Unannehmlichkeiten.


Rückschau

Der Vorstand der Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung hat sich jahrelang mit Forschungen zur Provenienz der Violine aus dem Besitz von Sophie Hagemann beschäftigt, das Instrument proaktiv bei Lost Art eingestellt und schließlich mit großem Aufwand die Erben von Felix Hildesheimer ausfindig machen können. Sie hat sich dann als erste deutsche private Stiftung an die „Beratende Kommission“ gewandt, obwohl sich die Kommission bis zu diesem Zeitpunkt noch nie mit Objekten befasst hatte, die sich in privatem Besitz befinden.

Die Kommission honorierte die Bemühungen der Stiftung und empfahl, für die Violine von Joseph Guarnerius Filius Andrea eine Ausgleichszahlung in Höhe von 100.000 € an die Erben von Felix Hildesheimer zu leisten. Dabei würdigte die Kommission, dass die Stiftung das Instrument für einen Betrag von 50.000 Euro restaurieren lassen wollte, das Instrument hochbegabten jungen Geigern als Leihgabe zur Verfügung zu stellen und mit Konzerten in Speyer und einem geeigneten Programm an die Familie Hildesheimer erinnern wolle. Der Vorstand der Stiftung beschloss bereits am 08.12.2016, einen Tag nach Bekanntgabe, der Empfehlung der Kommission zu folgen.

Einer Ausgleichszahlung aus dem Vermögen der Stiftung stand allerdings von Anfang an das Stiftungsgesetz und die Stiftungssatzung entgegen. Deshalb bemühte sich der Stiftungsvorstand intensiv darum, den Betrag durch Zuschüsse öffentlicher Institutionen und Privatpersonen zu generieren, was jedoch leider nicht gelang.

Vor wenigen Wochen wurde im Kontext der vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzesänderung zur Vereinheitlichung des Stiftungsrechts ein Weg eröffnet, der die Leistung der Ausgleichszahlung aus dem Stiftungsvermögen ermöglichen kann.

 

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