Guarneri

Guarneri Geige

Nach dem Tod von Sophie Hagemann wurde die Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung Alleinerbin der Stifterin. Im Nachlass von Sophie Hagemann befand sich ihre Guarneri aus dem Jahre 1706, die sie 1974 im deutschen Geigenhandel kaufte. Diese Violine, die sich in einem sehr schlechten Zustand befindet, soll nach Beschluss des Stiftungsvorstandes restauriert und hochbegabten Studenten der Hochschule für Musik Nürnberg zur Verfügung gestellt werden.
Im Vorfeld der Restaurierung wurde vom Vorstand festgestellt, dass die Provenienz der Geige nur lückenhaft für die Jahre 1937 bis 1938 sowie ab 1974 bekannt ist. Nachforschungen haben ergaben, dass die Guarneri wahrscheinlich im Januar 1938 von dem jüdischen Musikalienhändler Felix Hildesheimer aus Speyer erworben wurde. Der Stiftungsvorstand hatte daher beschlossen, einen etwaigen Restitutionsanspruch proaktiv aufzuklären und die Guarneri im April 2013 als Fundmeldung bei Lostart einzustellen. In diesem Kontext schrieb der Vorstand auch einen Brief an die Nachfahren der Familie Hildesheimer mit der Bitte um Kontaktaufnahme und Unterstützung zur Klärung der Provenienz. Trotz intensivster Bemühungen gelang es aber nicht, mit den Nachfahren Felix Hildesheimers in Kontakt zu treten.
Die amerikanische Journalistin Toby Axelrod konnte allerdings kurz nach der Pressekonferenz Nachfahren der Familie Hildesheimer ausfindig machen und stellte den Kontakt zur Stiftung her. Seitdem wurde gemeinsam versucht, die lückenhafte Provenienz der Geige zu klären und eine Lösung zur künftigen Nutzung der Violine zu finden.
Nachdem keine weiteren Quellen gefunden werden konnten und die Provenienz der Guarneri weiterhin unklar blieb, entschied sich der Stiftungsvorstand im November 2015 die Beratende Kommission anzurufen. Die Empfehlung der Beratenden Kommission vom 16. Dezember 2016 lautete: „dass die Geige […] in der Stiftung verbleibt und diese zum Ausgleich einen Betrag 100.000 Euro an die Erben zahlt“.
Nachdem die Empfehlung sowohl seitens der Erbengemeinschaft Hildesheimer als auch vom Stiftungsvorstand angenommen worden war, bemüht sich seitdem die Stiftung die notwendigen Mittel durch Drittmittel aufzubringen.
Nach der Restaurierung der Guarneri möchte der Stiftungsvorstand die Geige als „Instrument der Verständigung“ hochbegabten Musikerinnen und Musikern der Hochschule für Musik Nürnberg zur Verfügung stellen.

Pressemitteilung vom 09.12.2016

Pressemitteilung vom 11.02.2014

Guarneri – Pressegespräch vom 31.01.2014 - Pressemappe

 

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